• 29. Januar 2019

Blockchain

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In den vergangenen Tagen wurde eine Studie von McKinsey in den Sozialen Netzwerken verbreitet, bei der es am Ende dem Leser fraglich erschien, ob man die Blockchain Technologie wirklich brauche?! Diese Frage ist viel zu früh gestellt, denn:
  1. Direkte Peer-to-Peer Transaktionen sind eine weitere Evolutionsstufe des wirtschaftlichen Interagierens. Intermediäre werden von allen Seiten angegriffen. Dennoch aber ersetzen die aktuell favorisierten Plattformen nur den integrierten Mittelsmann, aber nicht das Modell an sich. Direkte Transaktionen sind in vielerlei Hinsicht schwierig zu ermöglichen – Sicherheit und Transaktionskosten sind hauptsächliche Herausforderungen. Die Blockchain bietet eine Lösung für beide Problemfelder. Allein dies zeigt die Tragweite der Technologie.
  2. Krypto”währungen” sind nicht “die Blockchain”, sondern die ersten konkreten Anwendungsfälle der Technologie. Kryptowährungen sind im Großen und Ganzen Assets und keine vollwertigen Währungen. Das macht sie aber nicht weniger spannend. Sie schließen unter anderem Lücken bei schnellen weltweiten Transaktionen oder bei der Ausfuhr von beschränkten Währungen. Nur sind sie selbst zu sehr Spekulationsobjekte, um für Währungen notwendige Wertstabilität zu garantieren. Technologisch sind sie interessante Anwendungsfälle, aber sowohl die Methode des proof of work als auch des proof of stake haben stets ihre eigenen Schwächen. Aktuell ist proof of work der eingebaute Energiefresser. Was uns zum nächsten Aspekt führt.
  3. Die Technologie ist noch nicht am Ende ihrer Reifung. Mit unterschiedlichsten Verfahren unter dem Oberbegriff Blockchain wird erst klar wie groß und unerforscht das Terrain ist. Public oder private oder consortium, Multi-Layer-Blockchain-Architecture, proof of work oder proof of stake und so weiter…das Spielfeld wird gerade erst aufgemacht und wird schnell sehr komplex. Die Technologie ist in den Kinderschuhen…was das Verstehen ihrer Anwendung daher auch so schwierig macht.
Mein persönliches Fazit: Wir fällen ein Urteil über Musik auf Tonträgern auf der Basis des Grammophons. Ist die Blockchain nicht gar eines der größten und öffentlichkeitswirksamen experimentellen Entwicklungsfelder unserer Zeit? Der Hype der Kryptowährungen hat eine junge Technologie ins Rampenlicht gezerrt, die noch nicht ausgereift bereits so viel Potenzial in sich trägt, dass sich weltweit Unternehmen und Regierungen im Zugzwang fühlen etwas auf der Technologie zu tun – sinnvoll oder nicht, Dabeisein zählt. Wenn etwas so junges bereits schon so mächtig erscheint, ist es für grundsätzliche Beurteilungen zu früh. Wir müssen uns vor Überheblichkeit und der Bewertung neuer Chancen auf der Basis alter Denkmuster schützen!